
Selbst erfahrene Reisende haben oft Schwierigkeiten, Paraguay auf der Landkarte zu finden. Aufgrund langjähriger Geschichte von korrupten Diktatoren und politischer Instabilität war Paraguay lange Zeit von der touristischen Landkarte verschwunden. Die Dinge haben sich zwar gebessert, trotzdem bleibt Paraguay ein Land vorwiegend für unerschrockene Reisende, die einen unverfälschten Geschmack Südamerikas erleben möchten, der in den Lateinamerikanischen Nachbarländern kaum zu finden ist.
Die meisten Besucher kommen mit dem Flugzeug über den internationalen Flughafen, gleich außerhalb der Hauptstadt Asuncion, ins Land. Da Paraguay an Argentinien, Brasilien und Bolivien grenzt, gibt es zahlreiche Überlandverbindungen per Bus oder Boot. Diese Verbindungen werden aber dann von Reisenden benutzt, die sich bereits im Gebiet aufhalten. Von außerhalb Südamerikas gibt es kaum internationale Flugverbindungen nach Paraguay.

Bis jetzt gibt es kaum touristische Infrastruktur im Land, die Regierung ist aber bemüht auf diesem Gebiet Fortschritte voranzutreiben. Da Paraguay weder Küste noch Strände anzubieten hat, finden sich die meisten Attraktionen im bergigen Dschungel und im tropischen Regenwald. Die 11 Nationalparks werden von der Regierung in Ökotouristische Zentren umgewandelt. Dank der überall vorhandenen Jesuiten-Missionare findet man in Paraguay beeindruckende Ruinen aus dieser Zeit, als versucht wurde die einheimischen Guaranis zu konvertieren.
Unterkünfte in Paraguay sind moderat, es gibt aber – vor allem in der Hauptstadt Asuncion – eine Zahl von Qualitätshotels. Außerhalb der Städte muss man mit dem Vorlieb nehmen, was angeboten wird. Das Essen macht hier schon mehr Spaß, ist doch Panamas Küche der dem Rest Südamerikas recht ähnlich. Bohnen und Reis sind neben Fleisch fast immer auf dem Teller zu finden. Grill-Restaurants sind sehr beliebt im ganzen Land, da aus Argentinien hervorragendes Rindfleisch importiert wird. Versuchen Sie auch eine Tasse Yerba Mate, dem allgegenwärtigen
Getränk im netten Becher.
Das subtropische Klima Paraguays garantiert warme und brutal heiße Temperaturen das ganze Jahr über. Am unangenehmsten wird es im Sommer (Oktober – März), wenn das Quecksilber über 35°C steigt. Die meisten Einheimischen nehmen ihren Urlaub zwischen Dezember und Februar, wo im Land Nachsaison herrscht. Obwohl es das ganze Jahr über zu Regenfällen kommen kann, fallen die meisten Schauer zwischen Dezember und April. Die heißen Temperaturen sorgen auch für eine hohe Luftfeuchtigkeit und Nachmittags-Gewitter. Zwischen Mittag und 16.00 Uhr findet man daher die meisten Einheimischen im Schatten ihrer Häuser.
In den Wintermonaten von Juni bis Oktober herrscht angenehmeres Wetter. Die Tagestemperaturen bewegen sich um angenehme 22°C und Polarluft rückt aus dem Süden hervor. Juni, Juli und August sind die trockensten Monate und ziehen daher viele Touristen an. Aber auch regional ist das Wetter unterschiedlich: im Osten kühler und feuchter, im Chaco Gebiet im Norden ist es durchgehend trockener und wärmer. Da die Touristenzahlen in Paraguay sehr niedrig sind, trifft man auch in der Hochsaison kaum auf Menschenmassen. Trotzdem sollten Sie, falls Sie Ihre Reise im Juni, Juli oder August planen rechtzeitig im Voraus buchen, da besonders in der Hauptstadt die Hotels immer rasch ausgebucht sind.

Die ersten Menschen die in Paraguay lebten waren die Guarani, eine semi-nomadische Gruppe. Aber auch wie im Rest Südamerikas, kamen 1524 die Spanier und errichteten in Asuncion eine Kolonie. Diese Siedlung gedieh und wurde zum Zentrum der Spanischen Kolonisation im Südostteil des Kontinents. Im Laufe der Zeit mischten sich Kultur, Sprache und Gebräuche der Guaranis und Spanier und es entsandten die ersten Mestizen. Die Kolonialisierung brachte auch Jesuiten-Missionare ins Land. Sie taten einen bemerkenswerten Job indem sie die Guarani zum Christentum bewegten. Nach deren Ausweisung 1767, wurden die Jesuitensiedlungen verlassen und die Einheimischen ihrem Schicksal überlassen.
1811 erklärte Paraguay seine Unabhängigkeit von Spanien. Überraschender Weise war sein früheren König widerstandslos und bald unter der Kontrolle des fremdenfeindlichen Diktators El Supremo. Das Land wurde in eine lange Periode der Isolation und Autarkie
gezwungen. Sein Nachfolger half Paraquay zu modernisieren, begann aber auch den schrecklichen Krieg der Dreier-Allianz gegen Argentinien, Brasilien und Uruguay. Das Ergebnis war fürs Land eine Katastrophe. Nach dem Krieg kamen viele Argentinische und Europäische Immigranten ins Land und halfen beim Wiederaufbau des Landwirtschaftssektors. Die politische Instabilität blieb aber.
Die 1990er Jahre begannen mit einem Grenzkonflikt der zum Krieg mit Bolivien führte. Obwohl Paraguay diesen Chaco Krieg gewann, wurde die Politik des Landes noch turbulenter und endete 1949 in einem Bürgerkrieg. Ein Putsch 1954 brachte General Stroessner an die Macht und für Paraguay begann eine 35 Jahre lange Zeit des Terrors. Der Größenwahnsinnigeordnete Folter, Mord und Korruption an um an der Macht zu bleiben. 1989 wurde er gestürzt. Seitdem ist die politische Situation im Land angespannt. Korruption, Unterdrückung
und Mord plagen die Regierung bis heute. Der Diktator General Stroessner versteckt sich noch immer in Brasilien, um seiner Auslieferung zu entgehen. Im Land kommt es immer noch regelmäßig zu gewaltsamen Straßenprotesten. Wenn die politische Szene ruhig ist, ist Paraguay ein tolles Land das es zu besuchen gilt. Da sich die Lage aber alle paar Monate ändert, sollte man immer auf dem neuesten Stand der Informationen sein.




























