
Die meisten Städte Chinas hatten unter dem Kommunismus eine triste und graue Atmosphäre, aber Dalian war Dank japanischer und russischer Einflüsse schon immer ein wenig anders. Sie erwartet eine wunderschöne Altstadt in der Sie spazieren gehen und die koloniale Architektur bewundern können. In Dalian werden Sie vergessen, dass Sie eigentlich in Nordchina sind. Eine ganz andere Seite von China, die Ihre bestehende Meinung über das riesige Land vielleicht verändern wird.

Die Einheimischen sind auf diese Unterschiede natürlich mächtige stolz. Die Stadt hat den größten Hafen des Nordens und ist eine der wenigen Freihandelsstädte des Landes. Die ausländischen Investitionen und der einströmende Einfluss von außen verändern die einheimische Kultur und schaffen ein Modell für die zukünftige chinesische Gesellschaft.
Die Stadt befindet sich an der südlichen Spitze der Liaodong Halbinsel und verfügt über ein angenehmes Küstenklima mit schönen Stränden und Bergen im Innenland. Dalian ist auch für seine natürliche Schönheit bekannt und das damit verbundene Freizeitangebot.

Dalian ist zu Recht ein beliebtes Reiseziel und wird oft in einem Zug mit chinesischen Städten wie Shanghai, Hongkong und Beijing genannt. Immer neue Hotels schießen aus dem Boden. Die 5 Sterne Hotelkette Kempinski bringt Luxushotels in die Stadt, die bereits über zahlreiche 4 Sterne Häuser und kleine Hotels verfügt. Dalian ist bereits bei einheimischen Urlaubern und Geschäftsleuten bekannt und in den Sommermonaten steigen die Zimmerpreise gewaltig. Die Stadt befindet sich im rapiden Wandel und ist immer eine Reise wert.

China verfügt über eine lange Geschichte, aber über Dalian ist nur wenig überliefert. In der Han Dynastie wurde hier 108 v. Chr. ein Hafen auf der südlichen Halbinsel Liaodong gegründet. Der nächste Nachweis ist allerdings erst wieder von 1371, als Soldaten der Tang Dynastie die abwegige Gegend „Löwenrachen“ gaben, das sie so schwierig zu erreichen war.

In den folgenden 500 Jahren blieb Dalian fast unerwähnt und das kulturelle und politische Leben spielte sich in Beijing und Shanghai ab. Dalian blieb durch seine geographische Isolation ein kleines Fischerdorf und war von den Wirren des chinesischen Reichs nicht betroffen.

Erst als die Briten 1865 im 2. Opiumkrieg ein Kanonenboot in den nahen Lushun Hafen fuhren wurde Dalian international bekannt. Der Kapitän William Arthur war von der natürlichen Schönheit der Gegend angetan und gab ihr den Namen Port Arthur. Die Briten erkannten das strategische Potential der Halbinsel und auch die mandschurische Regierung zeigte Interesse.

In den darauf folgenden Jahren wurden verschiedene Befestigungsanlagen in den Hügeln von Port Arthur und der Dalian Bucht erbaut. Der chinesisch-japanische Krieg endete 1894 mit der brutalen Niederlage Chinas, das Dalian, Taiwan und die Pescadoren-Inseln an Japan abtreten musste. Die japanische Herrschaft dauerte allerdings nur 7 Monate und auf Druck Europas mussten Sie Dalian und Port Arthur an China zurückgeben. Russland erkannte das Potential des Hafens, der auch im Winter eisfrei war. Russland schloss ein Geheimabkommen mit China, das noch Kriegsschulden zu begleichen hatte, und mietete Dalian.
Dies natürlich verärgerte Japan, aber Russland verleibte sich Dalian von 1898 bis 1904 ein. Das Fischerdorf wandelte sich in ein Industriezentrum und das moderne Dalian entstand. Japan attackierte Dalian 1904 und nach dem langen russisch-japanischen Krieg übernahm es wieder die Kontrolle über die Halbinsel und behielten sie bis 1945. Erst nach der japanischen Niederlage im 2. Weltkrieg kam Dalian unter die gemeinschaftliche Kontrolle von Russland und China und 1950 fiel es schließlich komplett an China.

Mao Zedong vernachlässigte die Stadt über 30 Jahre und erst 1984 wurde die Stadt eine der 14 chinesischen Freihandelsstädte, die für ausländische Investoren zugänglich waren. Der Naturhafen und die strategische Lage verhalfen Dalian bei der Industrialisierung und die Regierung entwickelte die Stadt auch auf touristischer Ebene. Japanische, russische und chinesische Einflüsse bleiben erhalten und so ist Dalian eine der wenige kosmopolitische Städte Chinas. Dalian befindet sich wirtschaftlich und touristische weiterhin im Aufschwung und blickt einer blühenden Zukunft entgegen.

Obwohl Dalian im kalten Nordosten von China liegt herrschen hier aufgrund der geographischen Lage der Liaodong Halbinsel zwischen dem Gelben Meer und der Bohai See angenehme Temperaturen. Die Küstenstadt wird vom Monsun beeinflusst und es gibt 4 Jahreszeiten mit einer Durchschnittstemperatur zwischen 8-11°C. Es regnet häufig, besonders im Sommer.
Im Sommer ist das Wetter am schönsten und von Mai bis September liegen die Temperaturen um 20° und in der Stadt werden zahlreiche Veranstaltungen und Feste abgehalten. An den Stränden ist dann auch einiges los und obwohl viel Regen fällt, ist es tags über meist sonnig und erst gegen Abend ziehen dunkle Wolken auf. Ein Regenschirm gehört dann zur Standardausrüstung.
Von Ende November bis Februar ziehen dann allerdings eisige Stürme durch die Stadt und fast keine Urlauber kommen nach Dalian. Eine gute Besuchszeit ist auch Frühling und Herbst, mit nicht zu extremen Temperaturen und weniger Touristen.





























